06.05.2012 | 

Poesie ohne Uranstaub

Erlangen gegen Bürgersponsoring. Arevas Geld mehr "wert" als das der Bürger?

Lippenbekenntnisse und falsche Behauptungen

Potenfest-Logo (Foto: privat)

Ein atomkraftfreies Poetenfest 2012, das war die Forderung der Bürgerinitiative Poesie ohne Uranstaub, die sich im Juni letzten Jahres im Umfeld der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW bildete.

Knapp ein halbes Jahr später hatten die Aktivisten zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern aus Erlangen, Nürnberg, Fürth und dem umliegenden Frankenland sowie mit Atomkraftgegner aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland 15.000 Euro gesammelt. Genau die Summe, die der weltweit kritisierte Atomkonzern Areva für das Poetenfest zur Verfügung stellte, um dann im Gegenzug das Areva- Logo auf allen Plakaten und Programmheften des Poetenfesteszu platzieren. Damit sollte 2012 Schluss sein, dafür hatten engagierte Literaturfreunde und Atomkraftgegner für den Veranstalter, nämlich die Stadt Erlangen, die besagten 15.000 Euro gesammelt. 

Im Dezember 2011 machte Poesie ohne Uranstaub der Stadt ein entsprechendes Angebot. Darin sowie in der ganzen vorangegangenen Kommunikation hieß es ausdrücklich, dass das Geld aus Bürgerhand der Stadt über ein Jahr den Rücken frei halten könne, um sich für 2013 und die Folgejahre nach neuen, geeigneteren Sponsoren umzusehen. Die Stadt zeigte sich interessiert. Es folgte ein Gespräch mit den Verantwortlichen. Ob man sich denn über die Finanzierung der Folgejahre Gedanken gemacht habe, wollte der Kulturreferent Rossmeissl wissen.

Dazu Initiativen-Sprecher Stephan Kolb: "In einem Gespräch mit dem Kulturreferenten und leitenden Mitarbeitern haben wir im März weitergedacht als es Herrn Rossmeissl vermutlich lieb war. Wir haben dabei auch die Gründung eines eigenen Vereins ins Gespräch gebracht: „KLIMA – Kultur- und Literaturfreunde in Mittelfranken“. Über diesen, so unsere Idee, könne man versuchen, die jährlich 15.000,- Euro auch auf anderem Wege zu gewinnen, z.B. durch fünf Sponsoren, die für mehrere Jahre verbindlich 3000,- Euro zusagen. Das Ziel sollte sein, die Abhängigkeit von den laut Rossmeissl „einigen wenigen Sponsoren“ systematisch zu verringern
Für eine solche Strategie haben wir unsere Zuarbeit angeboten, aber ebenso betont, dass wir uns nicht in der Lage sehen, die genuin städtische Aufgabe eines professionellen Fundraisings zu übernehmen. Dass wir mit ersten Firmen in Kontakt stehen, haben wir ebenfalls nicht unerwähnt gelassen
."

Warum nun Herr Rossmeissl als Bgründung für die Ablehnung der Bürgersponsoren ausgerechent behauptet, "Man sein nicht kooperativ gewesen", ist Poesie ohne Uranstaub ein Rätsel.

"Warum der Kulturreferent behauptet, wir hätten uns keine Gedanken über die Zeit nach 2012 gemacht, ist also nicht nur dreist, es ist auch naheliegend. Seine sonstige Argumentation ist schwach. Ihm bleibt kaum mehr, als die andere Seite zu diskreditieren. Schwach ist die Argumentation vor allem deshalb, weil sie zur Entlastung von Areva immer wieder den Gedanken bemüht, man müsse den Produzenten vom Produkt trennen. Was für eine abstruse Vorstellung! Dann hätten Waffenhändler nichts mehr mit den Waffen zu tun, die sie produzieren; Unrechtsregime mit dem Unrecht, dass sie praktizieren oder eine Bundesregierung nichts mehr mit den Gesetzen, die sie erlässt. Irgendwie ist es goldig, dass jetzt selbst der Erlanger Grüne Wolfgang Winkler in diesen Chor einstimmt, in dem auch er trennen möchte „zwischen einem Sponsor und seinen Produkten“.
Dass sich der Erlanger Kulturausschuss zu keiner anderen Entscheidung als einem unbeirrten „Weiter so!“ durchringen konnte, war zu befürchten. Aber warum dann so verquere Argumente bemühen und nicht einfach sagen, was Sache ist: Wir sitzen in Erlangen in der Areva-Falle. Der Konzern zahlt an allen Ecken und Enden, ob bei Kindergärten, Sportvereinen oder im Kulturbereich. Mit denen wollen wir es uns nicht verscherzen.
Der Erlanger SchwacheFriede ist wichtiger als die internationale Kritik am weltgrößten Uranproduzenten. Wir als Initiative für eine „Poesie ohne Uranstaub“ halten es da lieber mit „Brot für die Welt“, „MISEREOR“, „PAX Christi“ und vielen anderen. Wir kritisieren die Praxis des Uranabbaus und des Sponsorings weiter",
so Initiativensprecher Kolb weiter.

Für Poesie ohne Uranstaub ist klar, dass damit noch nicht der letzte Aktin diesem Drama gespielt ist. In den nächsten Wochen werden wir alle Bürger-Sponsoren kontaktieren, um über weitere Maßnahmen zu entscheiden. 

Näheres erfahren Sie natürlich auch hier über die Website.

Info:

Brief an die Stadt Erlangen im Dezember 2011

Brief an die Stadt Erlangen im März 2012

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Aktueller Kassenstand

Zielsumme: 15.000 Euro

Gesammelte Summe:

15.070, - Euro (Stand: 19.12.2011)

Jawohl! Wir haben es geschafft! Dank allen Bürger-Sponsoren, Mitmachern und Unterstützern!

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Die Aktion in der Presse

Das schreibt und sendet die Presse über Poesie ohne Uranstaub.